Ganz ehrlich: Die Aufmachung von Age of Empires ist wirklich gelungen. So ist das Spielbrett einer alten Seefahrerkarte nachempfunden und mit schönen Bildern stimmungsvoll illustriert. Die Münzen und Figuren aus Kunststoff sind in Hülle und Fülle vorhanden und sind sehr schön anzuschauen. Trotz des großen Umfangs ist aber keine Innenlage – in welcher Art und Weise auch immer- vorhanden. Und so muss man auch bei diesem Spiel auf eine eigene Sortierlösung setzen.
Jeder Spieler schlüpft in die Rolle einer der großen Seefahrernationen und kämpft um die Vorherrschaft in der neuen Welt. Die Nation, die nach acht Runden, am meißten Siegpunkte für sich verbuchen konnte trägt den Sieg davon. Dabei sind die Möglichkeiten, die jedem Spieler zur Verfügung stehen, sehr vielfältig. So kann der Spieler Kolonisten in bereits erkundete Gebiete bringen, Handelswaren oder Schiffe kaufen, Technologien erwerben, Spezialisten für folgende Runden ausbilden, Expeditionskommandos aufstellen und kriegerische Auseinandersetzungen auslösen. Dafür stehen zu Beginn einer jeden Runde fünf Kolonisten zu Verfügung, die abwechselnd in die verschiedenen Aktionsboxen gesetzt werden. Der Vorrat an Figuren kann durch bestimmte Technologien oder durch Ausbildung von Spezialisten aufgestockt werden.
Nachdem die Reihenfolge festgelegt worden ist kann jeder Spieler munter seine Figuren auf dem Brett unterbringen. Dabei ist vorausschauendes Denken notwendig, denn man sollte immer die Wertungsrunden im Auge behalten, von denen es insgesamt drei gibt. Punkte gibt es vor allem für die Vorherrschaft in bereits entdeckten Kolonien, wobei mindestens drei Kolonisten untergebracht werden müssen. Dem Besiedeln einer Kolonie muss aber eine erfolgreiche Expedition voran gegangen sein. Und das ist eine der wenigen Stellen, bei der der Zufall eine große Rolle spielt. Denn jedes Gebiet (Bis auf die Karibik) enthält einen verdeckten Marker, auf dem die Zahl an unliebsamen Eingeborenen steht und somit die notwendige Größe des Expeditionskommandos bestimmt. Wer hier falsch pokert kann weit zurück geworfen werden. Andererseits erhält der erfolgreiche Spieler sofort Siegpunkte und eventuell ein paar Golddublonen falls Soldaten an dem Kommando beteiligt waren. Neben Entdeckungen kann man seine Soldaten natürlich auch nutzen um unliebsame Gegner aus einer Kolonie zu verdrängen. Krieg ist aber eine teure Angelegenheit und macht auch nur in wenigen Situationen wirklich Sinn.
Der Eindruck den Age of Empires zurücklässt ist überwiegend positiv. Das Spiel bietet schnelle Aktionen und ein großes Angebot an Handlungsoptionen in einer rundum gelungenen Aufmachung. Das Spiel gerät nur selten ins Stocken und so lässt sich auch die relativ kurze Spielzeit von ungefähr 90 Minuten erklären, die man von einem Spiel in diesem Format niemals erwarten würde. Die Vereinfachung hat aber auch ihren Preis: So werden vor allem diejenigen enttäuscht sein, die auf großartige Schlachten gehofft haben (Ein Blick auf die Schachtel lässt diese Vermutung durchaus zu). Das Kämpfen gestaltet sich lediglich als ein Vergleich der Kampfwerte (Ein Soldat = 1 Kampfpunkt), wobei keinerlei Einfluss auf den Kampf, sei es durch Würfeln oder sonstige Aktionen, möglich ist. Da sind die Expeditionen um einiges spannender.
Wer die Regeln zu AoE liest ist zuerst sehr angetan und voller Hoffnung von vielen guten Ideen. Doch wie das eben so ist beim Erobern und Entdecken: Es ist nicht alles Gold was glänzt, alles Tabak was qualmt und nicht alles Gut was gut sein will! Und so ist Age of Empires ein Spiel mit vielen guten Ansätzen, das Spaß machen kann, dafür aber leider auch keine Garantie bietet.