Schnell, unterhaltsam, leicht zu erlernen und anspruchsvoll zu handhaben zugleich. Bei der dritten Neuauflage des Klassikers Condottiere bleiben keine Wünsche offen für ein Spiel mit einem bis fünf Mitspieler.
In Condottiere schlüpfen die Spieler in die Rollen verschiedener Söldnerführer zu Zeiten der Renaissance in Italien und messen ihre miltärische Stärke aneinander um ihren politischen wie militärischen Einfluss geltend zu machen. Es geht darum eine bestimmte Anzahl an Schlachten zu gewinnen um so die Siegbedingungen zu erfüllen. Dazu legen die Spieler sogenannte Schlachtreihen mit den Spielkarten aus, welche die aufeinander treffenden Heere darstellen sollen. Die Örtlichkeiten der Auseinandersetzungen, sowie deren Ausgang werden auf dem kleinen Spielbrett mit der norditalienischen Karte durch die Spielsteine dargestellt.
Spielt man Condottiere das erste Mal schleicht sich das Gefühl ein, das Geschick auf dem Schlachtfeld sei einzig und allein dem Glück anhängig, was der willkürlichen Verteilung der Karten mit ihren unterschiedlichen Werten und Spezialfähigkeiten anzulasten ist. Hat man aber erst einen Einblick in die Tiefe des Spiels, erkennt man bald daraus die große Chance diese Umstands: Condottiere lässt sich ähnlich interaktiv spielen wie eine Poker-Partie, in der es ebenso eine Herausforderung ist eine schlechte Hand geschickt umzusetzen.
Der stark konfrontative Charakter des Spiels zwingt die Spieler diplomatisches Geschick anzuwenden, was ein Spiel über das reine Regelwerk hinaus möglich und damit ungemein unterhaltsam macht. Das ist zwar nicht jedermanns Sache, aber diejenigen die sich für Spiele-Themen in diese Richtung interessieren sicherlich kein Problem.
Das Spiel geizt nicht mit hübschen, atmosphärischen Illustrationen und bleibt dennoch übersichtlich. Die Größe des Spielbretts und der Schachtel sind eine weiterer Fingerzeig dahin, dass es sich um ein Spiel für schnelle und kompakte Unterhaltung für zwischendurch handelt.
Condottiere überzeugt. Zwar mögen nicht alle diese Auffassung teilen, da es Leute gibt die sich gerne an handfesten Regeln halten wollen und nicht jedes mal neue Tricks und Finten erdenken, und schon gar nicht unfair ihre Mitspieler reinlegen wollen. Mancher mag vielleicht auch diese immer wiederkehrenden Schlachten, das schlichte Auslegen von Karten dauerhaft langweilig finden und mit der Übermacht des Glücks nichts anfangen können.
Vollkommen egal, denn ob die Nörgler nicht können oder wollen: Luschen sind's, Allesamt!