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Black Pete - Magazin für herausfordernde Brettspiele

Piraten der Spanischen Meere

30.07.2010
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Mit "Piraten der spanischen Meere" gibt es ein komplettes Brettspiel für wenig Geld! Glaubt man zumindest, sofern man noch Neuling in der großen Welt der Sammelkarten-Spiele ist.

Los geht’s mit dem Kauf eines so genannten Boosters für knapp vier Euro, wobei man vorher noch die Wahl hat, sich zwischen einem der mittlerweile neun angebotenen Themen zu entscheiden – alle mit der Gemeinsamkeit das sie irgendwie mit Piraten und Schiffen auf irgendwelchen Weltmeeren zu tun haben.

Das gemeine an diesen Boostern ist die Tatsache das man nie ganz genau weiß was drin ist, denn die rund 230 Komponenten bei beispielsweise „Piraten der spanischen Meere“ sind per Zufallsprinzip in den kleinen Päckchen untergebracht, wobei manche Bestandteile absichtlich sehr selten gehalten sind.

Was man aber immer vorfindet sind Kärtchen im Scheckkartenformat, aus welchen sich die Bestandteile von mindestens einem kleinen Miniaturschiffchen ausbrechen lassen, ein Kapitän, des weiteren vielleicht eine Mannschaft, unter Umständen eine Insel, Goldmünzen, natürlich ein paar Würfel, gigantisch wie Staubkörner und ein Spielbrett aus Papier zum sofort-recyclen.

Lobend ist hier der Detailreichtum der Schiffchen zu erwähnen die sich dem Betrachter, nachdem er diese zusammengesteckt hat, als ganz hübsch-niedlich von der einmastigen Schaluppe bis hin zur fünfmastigen Kriegs-Galleone präsentieren. Was das Spiel an sich angeht so ist man sehr flexibel bezüglich der Art des Spielbretts, kann man doch jeden Tisch mithilfe von selbst gebastelten Inseln zu den verruchtesten Gewässern umfunktionieren.

Hernach darf sich jeder Spieler nach Lust und Laune Schiffe, Mannschaften und Kapitäne mit entsprechenden Sonderfähigkeiten, von einem vorher festgelegten Betrag kaufen – allerdings nur sofern es genügend Schiffe zur Auswahl gibt, welche mit gewisser Sicherheit in etwa ab einer Anzahl von vier gekauften Boostern gegeben ist. Ziel des Spiels ist entweder die meisten Goldmünzen, welche sich auf einer der Inseln befinden einzusacken, oder alle Gegner vom Spielbrett zu fegen (Heurekarrrr!).

Das Spielprinzip ist dabei nervend einfach. Man kann bei seinen Zügen zwischen Bewegen, Kampf, Erforschen und Reparieren wählen, wobei meist Erstere beide zum Zuge kommen - Erforschen stellt nichts anderes dar als sich Schätze auf sein Schiff im Rahmen der entsprechenden Kapazität zu laden.

Gezogen wird ähnlich wie bei Tabletop-Spielen der Reihe nach mit zwei stilisierten Maßen an der Seite der Scheckkarten aufgedruckt, je nach Art des Schiffs mal kurz mal lang, oder beides. Gelangen die Schiffe zweier Rivalen gegenseitig in die Reichweite ihrer Kanonen (kurze oder lange Scheckkarten-Länge) wird von dem Masten von welchem die Salve aus gefeuert wird nochmal gemessen ob diese auch das andere Schiff treffen kann. Dann wird gewürfelt und versucht höher als die auf dem Masten aufgedruckte Zahl zu würfeln, die je nach Art des Schiffes variiert. Je nach der Güte des Wurfs wird ein Treffer durch Abmontage eines Mastens beim Gegner verzeichnet. Sind alle Masten eines Schiffs entfernt ist es bewegungsunfähig, kann versenkt oder zum Reparieren am Heimathafen abgeschleppt werden.

Hört sich einfach an, ist es dann aber nicht, denn die Schiffchen sind leicht wie eine Feder und verrutschen bei der kleinsten Berührung, was das Messen der Bewegung und des Kampfes gerade bei knappen Situationen zum Glückspiel macht, besonders das Entfernen der Masten lässt die Schiffe auf wundersame Weise abdriften, aus, oder in die Reichweite der gegnerischen Geschütze. Bei solch himmelschreienden Fehlerquellen helfen dann auch nicht die Spezialeigenschaften von Schiffen oder Kapitänen, die das Spiel eigentlich nur zusätzlich willkürlich und undurchsichtig machen. Diese Eigenschaft gepaart mit der Tatsache das bei Piraten sich alles sehr schnell zur immer gleichen Prozedur wiederholt langweilen sehr.

Um zum Schluß zu kommen: Geärgert hat´s mich, dieses Spiel, weil der Spielspaß nicht über zwei Spiele hinaus aufrecht zu erhalten ist und die Art das man sich Pirates über Booster aneignen muß, was einer Marketing-Strategie zuzuschreiben ist, welche sich geschickt der in Jedem mehr oder minder verankerten Sammelleidenschaft bedient – und dies ist meiner Meinung nach nicht mit einer guten Spielidee zu verwechseln. Trotzdem: Nett sehen sie aus, die zweiunddreißig Schiffchen in meinem Regal - man kann den niedlichen Dingern halt auch nicht böse sein.

rob

Bewertung

48 Punkte
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